Politische Positionen & Programm

Mit dem Wahlprogramm für die Kommunalwahl 2023 haben wir unsere politischen Ziele für Rendsburg-Eckernförde festgesteckt. Gemeinsam haben wir den Willen, die Ideen und die Erfahrung, um unseren Kreis Rendsburg-Eckernförde zu gestalten. Darüber hinaus möchten wir Sie und Euch ausdrücklich ermutigen, uns anzusprechen oder uns eine Nachricht zu schicken: wo drückt der Schuh – ganz persönlich oder in Eurer und Ihrer Gemeinde? Was können wir Grüne ganz konkret für Sie und Euch tun?

Das Programm zum Download findet ihr über diesen Link.

Grünes Wahlprogramm zur Kommunalwahl 2023

Mobilität

Mobilität für alle ist die Grundlage für Teilhabe an unserer Gesellschaft. Wir stehen für eine Verkehrspolitik, die alle Verkehrsteilnehmer*innen gleichwertig berücksichtigt. Wir wollen auf unseren erfolgreichen Ver- änderungen und Verbesserungen des Mobilitätssystems im Kreis auf- bauen. An den entscheidenden Stellschrauben wollen wir weiterdrehen. Gerade im Bereich der Mobilität gibt es viele Potentiale, die wir nutzen können.

Der Verkehrssektor muss seinen Beitrag zur Klimawende leisten. Die verkehrsbedingten Treibhausgasemissionen müssen deutlich reduziert wer- den. Für Klimaschutz im Einklang mit dem 1,5°-Ziel ist eine nachhaltige Ver- kehrswende notwendig. Dafür wollen wir den öffentlichen Nahverkehr, den Radverkehr, den Fußverkehr und die Elektromobilität stärken.

Wir werden die Attraktivität des ÖPNVs durch intelligente Verbindungen, gute Umstiegsmöglichkeiten und günstige Ticketpreise weiter steigern. Gerade da unser Kreisgebiet so weitläufig ist, sind gut ausgebaute, flächendeckende Verbindungen von hoher Bedeutung. Die Überprüfung und Verbesserung der Verbindungen und der Taktfrequenz des Busverkehrs – insbesondere im Schü- ler*innenverkehr – sind dabei wichtige Maßnahmen.
Wir werden uns weiter für die zeitnahe Einführung eines günstigen und landesweit gültigen Bildungstickets zur Nutzung von Bus und Bahn für Schü- ler*innen, Freiwilligendienstleistenden und Auszubildende einsetzen. Durch das auf Bundesebene geplante Deutschlandticket für 49 Euro im Monat wird die Nutzung des Nahverkehrs in Rendsburg-Eckernförde außerdem für alle Menschen einfacher und günstiger. Darüber hinaus werden wir weiter prüfen, ob und wo kurz- oder langfristig weitere finanzielle Anreize für die Nutzung des ÖPNVs gesetzt werden können.
Gleichzeitig wollen wir flexible On-Demand-Angebote weiter ausbauen und Modellprojekte, wie etwa die Rufbusprojekte Remo und SMILE24 auch auf andere geeignete Regionen übertragen und finanziell fördern. Wir setzen uns für mehr Flexibilität durch Nutzung digitaler Lösungen, Fahrgaststeuerung, Carsharing-Angebote oder Sammeltaxis ein. Bushaltestellen, Fußwege und Radwege sollen barrierefrei sein. Deshalb wer- den wir den Umbau zur Barrierefreiheit beschleunigen.

Wir wollen den Umstieg auf nachhaltigen Verkehr so einfach wie möglich gestalten. Ein barrierefreier und Fußgänger*innen-freundlicher Kreis schafft Raum für Begegnungen und mehr Sicherheit für alle Verkehrsteilnehmer*in- nen. Wir setzen uns dafür ein, dass innerorts Tempo 30 für den Kfz-Verkehr gilt. So und mit weiteren Maßnahmen wollen wir die Vision Zero, also die Vermei- dung von tödlichen und schweren Unfällen im Straßenverkehr, verwirklichen. Dazu gehört auch, dass alle Wege zu Schulen, Hochschulen und Berufsschulen radgerecht und sicher gestaltet sind.
Wir schaffen die Voraussetzungen dafür, dass der Anteil des Radver- kehrs deutlich steigen kann. Es muss ein gut ausgebautes und sicheres Rad- wegenetz auf allen wichtigen Routen im Kreisgebiet und in der gesamten KielRegion geben.
Die Sanierung maroder Radwege, die Schließung von Lücken im Netz, die Vernetzung mit anderen Verkehrsträgern und die gerechte Aufteilung des knappen öffentlichen Raumes haben für uns Priorität. Dafür braucht es eine*n Radverkehrsbeauftragte*n in der Kreisverwaltung und Radverkehrskonzepte in jeder Gemeinde. Um die Sicherheit zu erhöhen, sollen neue Radwege – wenn möglich – baulich vom Kfz-Verkehr getrennt sein.

Um Mobilität klimaneutral zu gestalten, setzen wir auf nachhaltige Elekt- ro- oder Wasserstoffantriebe. Wir wollen die Einrichtung von Ladestationen für Elektrofahrräder und Elektroautos im Kreis Rendsburg-Eckernförde koor- diniert voranbringen, sowie den Ausbau von Wasserstoff-Tankstellen für den Busverkehr. Die Fahrzeugflotte des Kreises wollen wir weiter elektrifizieren.

Regionalentwicklung und Standortstärkung

Wir wollen die Attraktivität unseres Wirtschaftsstandorts stärken, neue Unternehmensansiedlungen unterstützen und unsere Unternehmen, Handwerker*innen und Landwirt*innen bei der nachhaltigen und umweltschonenden Transformation begleiten.

Die Gestaltung von bedarfsgerechtem Wohnraum und flächendeckender Nahversorgung ist ein wichtiges Ziel im gesamten Kreisgebiet. Eine nachhaltige Flächen- und Wohnraumplanung besteht für uns auch in einer effizienten Flächenpolitik. Dabei müssen unsere Klima- und Umweltschutzziele und eine menschengerechte Mobilitätsplanung beachtet werden.
Mit dem Wohnraumentwicklungskonzept hat der Kreis aufgezeigt, wie die zukünftige bedarfsgerechte Errichtung von Wohnraum im Kreis aussehen kann. Jeder Mensch hat ein Recht auf angemessenen, bezahlbaren Wohnraum. Bei kommunalen Bauvorhaben finden wir es wichtig, einen Anteil an Sozial- wohnungen zu verwirklichen und die unterschiedlichen Bedürfnisse etwa von Familien, Senior*innen, Menschen mit Behinderungen oder jungen Menschen mitzudenken.
Im Rahmen eines sozialen Programms des Kreises nach dem Housing- First-Ansatz sollen Obdach- und Wohnungslose nicht nur bei der Vermittlung von Wohnraum, sondern auch durch anschließende Betreuung bei Schwierig- keiten rund um die Wohnung unterstützt werden.
Als Anziehungspunkt für viele Besucher*innen wollen wir den Tourismus im Kreis so nachhaltig wie möglich gestalten und Initiativen mit ökologischen und innovativen Konzepten besonders unterstützen. Wir setzen uns weiter dafür ein, dass Rendsburg-Eckernförde ein Fair-Trade-Landkreis wird.

Viele Aufgaben können wir gemeinsam besser bewältigen als alleine. Wir wol- len weiter, etwa im Rahmen der KielRegion, mit unseren Nachbarkreisen oder auch überregional durch Kreispartnerschaften kooperieren.
Die Umsetzung großer europäischer Ziele, wie dem Green Deal für den Klimaschutz, fängt vor Ort in den Kommunen und Kreisen als Treiber der Trans- formation an. Wir setzen uns für europäische Zusammenarbeit und für die För- derung von nachhaltigen Projekten durch EU-Fördertöpfe ein.

Wir wollen die Attraktivität unseres Wirtschaftsstandorts stärken, neue Unternehmensansiedlungen unterstützen und unsere Unternehmen, Handwerker*innen und Landwirt*innen bei der nachhaltigen und umweltschonenden Transformation begleiten. So sichern wir die Wettbewerbs- und Zukunftsfähigkeit unserer Region.
Landwirtschaft
In unserem ländlich geprägten Kreis hat die Landwirtschaft eine besondere Bedeutung. Wir wollen die landwirtschaftliche Struktur stärken, indem wir die ökologische Transformation der Landwirtschaft vorantreiben. Deshalb wollen wir auf die regionale Erzeugung setzen und befürworten einen ökologischen und vielfältigen Landbau. Außerdem wollen wir die regionale Vermarktung von landwirtschaftlichen Erzeugnissen ausbauen.
Die weiterhin hohe Belastung unserer Böden und unserer Gewässer mit Nitraten, Phosphor und Pestiziden ist nicht akzeptabel und muss reduziert werden. Wichtig für die Reduzierung des Einsatzes von Gülle und Kunstdünger ist eine nachhaltige Beweidung und Viehwirtschaft. Wir werden uns weiterhin dafür einsetzen, dass die Untere Naturschutzbehörde gestärkt wird, damit sie die Einhaltung der bestehenden Regulierungen besser sicherstellen kann und so auch die Gleichbehandlung aller Akteure erreicht wird.
Wir stehen für umfassenden Tierschutz und für eine Tierhaltung, die auf Qualität statt auf Masse setzt. Tiere sind fühlende Lebewesen, denen wir ein würdevolles Leben frei von Angst und Stress ermöglichen wollen. Die Videoüberwachung von Schlachtbetrieben begrüßen wir ausdrücklich. Eine gesundheitsfördernde, klima- und tiergerechte Ernährungspolitik ist uns ein besonderes Anliegen. Wir wollen die Ernährungsstrategie 2050 der Bundesre- gierung umsetzen und so auch in unserem Kreis dafür sorgen, dass eine gesun- de, stärker pflanzenbetonte und nachhaltige Ernährung im Alltag ermöglicht wird.
Wirtschaft
Ein zukunftsfähiges Rendsburg-Eckernförde setzt auf starke Unternehmen und nutzt die begrenzten Ressourcen schonend und effizient. Dabei verstehen wir Klimaschutz und die Energiewende in der Wirtschaft als Faktoren für Fortschritt und als Potential für die Verbesserung der Lebensqualität in unserem Kreis.
Deswegen wollen wir den Erfahrungs- und Best-Practice-Austausch unter den Unternehmen ausbauen. Wir wollen die vom Kreis beauftragte Wirtschaftsförderung als Anlaufstelle für Beratung und Unterstützung bei der Transformation zur Klimaneutralität stärken.
Das regionale Handwerk ist für den Kreis von großer Bedeutung und verdient unsere Wertschätzung, Aufmerksamkeit und Unterstützung. Gut aus- gebildete Handwerker*innen sind für das Gelingen einer nachhaltigen Trans- formation sehr wichtig, deswegen wollen wir die Menschen aus der Region für die Perspektiven und die Berufe im Handwerk begeistern.

Unsere natürlichen Ressourcen schützen: Umwelt, Energie und Klima

Auch in Rendsburg-Eckernförde sind die Auswirkungen des menschengemach- ten Klimawandels deutlich zu spüren. Die Einhaltung des 1,5°-Ziels hat oberste Priorität. Der Klimaschutz ist kein selbst gewähltes politisches Ziel, sondern eine dringende Notwendigkeit für den Schutz von Umwelt und Natur und unseres guten Lebens im Kreis.

Wir setzen uns mit aller Kraft dafür ein, möglichst schnell von fossilen Brenn- stoffen unabhängig zu werden und vollständig auf erneuerbare Energien umzustellen. Die dafür notwendigen strukturellen Investitionen stärken die Unternehmen, sichern bestehende und schaffen neue Arbeitsplätze in der Region. Priorisieren wollen wir Klimaschutzprojekte, insbesondere dort, wo der CO2-Ausstoß am größten ist und wir als Kreis wirksame Maßnahmen ergreifen können.
Von besonderer Bedeutung für den Klimaschutz und die Klimafolgenanpassung im Kreis ist die kreisweite Klimaschutzagentur. Als zentrale Ansprechpartnerin und Beraterin für die Kommunen wollen wir die Agentur weiter stärken und setzen uns dafür ein, dass möglichst alle Gemeinden im Kreis Gesellschafter der Agentur werden.
Der schnelle Ausbau von Photovoltaik (PV) und Solarthermie ist wichtig für eine flächen- und umweltschonende Energiewende. Wir wollen Agri-PV stärker fördern. Die Flächennutzung für den Ausbau, insbesondere auf Acker- und Weideflächen, soll immer schonend, sparsam und effizient geplant werden. Dabei bevorzugen wir Mehrfachnutzungen gegenüber maximaler Flächenbestückung.
Auch die Produktion und den Vertrieb von nachhaltig produziertem Wasserstoff wollen wir im Kreis vorantreiben, beispielsweise durch Anlagen in Kooperation mit lokalen und regionalen Betreiber*innen.
Durch den Klimaschutzfonds wollen wir weiterhin Projekte der energe- tischen Sanierung von Gebäuden und die Anschaffung von Anlagen zur Erzeugung und Speicherung von regenerativen Energien in den Gemeinden fördern. Wir setzen uns dafür ein, die Kreis-Liegenschaften, wie zum Beispiel Schulen, energetisch zu sanieren.
Wir setzen uns auch dafür ein, Projekte der Sektorenkopplung zwischen Energiewirtschaft und Industrie im Kreis anzusiedeln, denn hiervon können sowohl die lokale Wirtschaft als auch die Energiewende profitieren.

Für den Erhalt der Biodiversität müssen die natürlichen Lebensräume erhalten und Wildnisflächen geschaffen werden. Wir wollen die Aufforstung der Wälder mit heimischen Arten weiter voranbringen und die auch für den Klimaschutz wichtigen Moore renaturieren. Die weitere Versiegelung von Flächen wollen wir möglichst reduzieren. Eine Entsiegelung hilft auch dem Küsten- und Hoch- wasserschutz.
Der Schutz unserer Küsten und des Meeres ist nicht nur aus ökolo- gischer, sondern auch aus touristischer Sicht wichtig für den Kreis Rends- burg-Eckernförde. Projekte zur Förderung der Wasserqualität unserer Oberflächen- und Grundgewässer, wie die Modellregion Schlei, werden wir weiter fördern und vorantreiben. Das Testen von Sprengsätzen vor unserer Küste lehnen wir weiterhin ab.
Der Nutzung von ökologisch wertvollen, schützenswerten Flächen für Kiesab- bau oder Deponien erteilen wir eine Absage.
Die Kreislaufwirtschaft ist eine wichtige Zukunftsaufgabe zur besseren Nutzung unserer begrenzten Ressourcen. Wir setzen uns für Abfallvermeidung und Wieder- oder Weiterverwertung von Materialien ein, etwa bei der Sanie- rung von Altbauten anstelle eines Abrisses. Wo möglich sollte auf die Wieder- verwertung von Bauschutt gesetzt werden.

Die globale Klimakrise, Naturkatastrophen und die damit einhergehenden ver- mehrten wetterbedingten Einsätze stellen die Organisationen des Katastrophenschutzes vor große Herausforderungen. Der Bevölkerungsschutz muss, um auf Krisen schnell und effektiv reagieren zu können, gut ausgestattet und angepasst sein. Die vom Kreis geplanten Weiterentwicklungen des Katastrophenschutzes unterstützen wir und setzen uns für eine moderne und gute Ausstattung der Feuerwehren ein. Den vielen ehrenamtlichen Helfer*innen in diesem Bereich gilt unser ausdrücklicher Dank.

Perspektiven schaffen: Kinder und Jugendliche

Kinder und Jugendliche sollen selbstbestimmt und mit gleichen Bildungschan- cen ihr Leben beginnen können. Deshalb stehen wir für gute und verlässliche Betreuungs- und Bildungsangebote von Anfang an. Wir wollen gleiche Chancen für alle ermöglichen und potentielle Nachteile ausgleichen.

Es ist uns wichtig, dass allen Kindern Plätze in einer Krippe und danach in der Kita zur Verfügung stehen und dort Qualität und Umfang der Betreuung wei- ter ausgebaut werden. Für die fachgerechte und passgenaue Betreuung wollen wir mehr Erzieher*innen und Sozialpädagog*innen gewinnen. Außerdem set- zen wir uns dafür ein, die Öffnungszeiten zu flexibilisieren, damit sie besser mit dem Lebensalltag von berufstätigen Eltern und Elternteilen vereinbar sind. Es ist uns außerdem ein großes Anliegen, die Verpflegung in Krippen und Kitas weiterhin zu verbessern – sowohl im Hinblick auf die Auswahl als auch auf die Kosten. Darüber hinaus ist die Kindertagespflege ein wichtiges ergänzendes Betreuungsangebot, das wir durch eine verlässliche und höhere Finanzbeteili- gung des Kreises stärken wollen.
Ein wichtiges Thema in unserem Kreis mit seinen Stränden an der Ost- see und einer ausgeprägten Seenlandschaft ist das frühzeitige Erlernen des Schwimmens. Wir möchten das Schwimmenlernen und auch das Aufsichtspersonal, etwa durch den DLRG, fördern und stärken.

Wir wollen die Kinder und Jugendlichen am politischen Prozess besser betei- ligen, damit sie über ihre Zukunft aktiv mitbestimmen können. Dafür wollen wir Beteiligungsformate wie Kinder- und Jugendbeiräte schaffen, die alle Kin- der und Jugendlichen erreichen und sie mit verbindlichen Rechten ausstat- ten. Auch an Schulen wollen wir demokratische Beteiligung und Engagement fördern. Geeignete Projekte wollen wir weiterentwickeln, voranbringen und unterstützen. Wir wollen sie auf Augenhöhe mit den Kindern und Jugendli- chen gestalten, wie etwa beim Care Leaver-Jugendkongress. Genau so sollten auch die Evaluierung aller Maßnahmen und die Zusammenarbeit der Fachkräf- te in der Jugendhilfe gemeinsam besprochen und evaluiert werden, damit wir genau wissen, was Kinder und Jugendliche hier brauchen.
Erziehung und Bildung gehen Hand in Hand. In einer “Schule für alle” braucht jedes Kind die für sich passende Unterstützung. Deshalb wollen wir die Zusammenarbeit von Schule und Jugendhilfe stärken und weiterentwickeln. Unkomplizierte und wirksame Unterstützungen und Hilfen für Familien wie Streetwork-Projekte, Familienzentren, die Kita-Sozialarbeit und nicht kommer- zielle Angebote für Kinder und Jugendliche werden wir schaffen, ausbauen und weiterentwickeln.

Wir lernen, was wir erleben. Lernorte außerhalb der Schule sind ein wichtiger Bestandteil von Bildung. Deshalb unterstützen wir die Förderung von außer- schulischen Lernorten für Erlebnisse drinnen und draußen. Die Berufs- und Förderschulen in Kreisträgerschaft brauchen eine moderne und zeitgemäße Ausstattung und die entsprechende Fortbildung der Lehrkräfte, um geeigne- te Orte sowohl für die theoretische als auch für die praktische Ausbildung zu sein. Zudem setzen wir uns dafür ein, dass das Ernährungsangebot hier durch vegetarische und vegane Angebote an die heutigen Bedürfnisse von jungen Menschen angepasst wird.
Ein umfangreiches Ausbildungsangebot ist ein wichtiger Standortfak- tor der Wirtschaft im Kreis Rendsburg-Eckernförde. Deshalb wollen wir die Schnittstelle zwischen Schule und Beruf beleben und die virtuelle Jugendbe- rufsagentur zwischen Schüler*innen und Betrieben sowie sozialen Dienstleis- tern begleiten und weiterentwickeln.
Wir wollen uns dafür stark machen, dass das Erlernen eines handwerklichen oder sozialen Berufs aus allen Schulabschlüssen heraus eine zukunfts- orientierte Perspektive darstellt.

Der wichtigen Arbeit von Volkshochschulen, Bibliotheken und der Fahrbüche- rei sichern wir unsere Unterstützung zu. Auch die Förderung von E-Sports ist uns ein Anliegen. Darüber hinaus ist auch die weitgehend ehrenamtliche Bil- dungsarbeit in der Geflüchteten-Betreuung von hohem gesellschaftlichem Wert und gilt gefördert und ausgebaut zu werden.

Soziales

Wir setzen uns in Rendsburg-Eckernförde für eine tolerante und soziale Gesell- schaft und eine starke Gemeinschaft ein. Hierfür wollen wir die politischen Rahmenbedingungen auch auf kommunaler Ebene schaffen.

Kein Mensch darf aufgrund des eigenen Geschlechts, der sexuellen Orien- tierung oder einer Behinderung diskriminiert werden. Maßnahmen aus dem Kreisaktionsplan zur Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention wollen wir zeitnah realisieren, um die Lebenssituation von Menschen mit Behinderung im Kreis zu verbessern und die Inklusion voranzutreiben. Dabei ist die Einbrin- gung von Erfahrungen und Kompetenzen von Menschen mit Behinderungen in die kommunalpolitischen Entscheidungsprozesse von Bedeutung.
Die Arbeit der Gleichstellungsbeauftragten in den Verwaltungen, die Beteiligung unserer kommunalpolitischen Vertreter*innen am Runden Tisch für Akzeptanz und Toleranz, die Umsetzung der Charta der Vielfalt und das Frauenforum stellen eine wichtige Basis für die Gleichstellungsarbeit dar. Diese muss weiter ausgebaut, gefördert und angemessen ausgestattet werden.
Wir treten für eine wehrhafte Demokratie ein und schützen unsere Fre heit durch entschlossene Bekämpfung von Rechtsextremismus. Deswegen werden wir uns für Prävention und Aktion gegen Extremismus einsetzen.
Wir setzen uns dafür ein, dass an den Schulen im Kreis Beratungs- und Aufklärungsprojekte über Geschlechtsidentitäten, Sexualität und sexuellen Orientierungen stattfinden, die von externen Fachkräften durchgeführt wer- den. Viele queere Jugendliche sind mit Erfahrungen des Ausschlusses konfrontiert, weshalb wir leicht zugängliche queere Jugendarbeit stärken wollen.

Physische und sexualisierte Gewalt in Familien, Beziehungen, Einrichtungen oder im Sport sind leider ein bitterer Teil unserer gesellschaftlichen Realität. Wir wollen Vertrauenspersonen in Einrichtungen, Schulen, Vereinen oder in der Verwaltung fortbilden und damit bessere Angebote und Unterstützung für von Gewalt betroffene Personen schaffen.
Die Arbeit des Frauenhauses Rendsburg wollen wir durch die Finanzierung weiterer Schutzplätze so lange wie benötigt unterstützen. Darüber hinaus wollen wir Frauenberatungsstellen und Präventionsprojekte an Schulen weiter stützen und sichtbarer machen.

Unsere Gesellschaft lebt davon, dass sich viele Menschen in ihrer Frei- zeit ehrenamtlich für die Gemeinschaft engagieren. Dieses Engagement wertschätzen wir und werden es weiter unterstützen. Auf Kreisebene soll ein Ehrenamtsbüro institutionalisiert werden, in dem Ehrenamtler*innen beraten werden, sich austauschen und geeignete Angebote finden können. Wir setzen uns dafür ein, dass die Tierheime in unserem Kreis ausreichend finanziert wer- den, um ihre ehrenamtlichen Aufgaben erfüllen zu können.
Der Kreisseniorenbeirat und die kommunalen Beiräte geben wichti- ge Impulse, die wir weiter in unsere politische Arbeit einbeziehen werden. So befürworten wir zum Beispiel die Ausweitung des Modellprojekts der “aufsu- chenden Senior*innenarbeit” in Hohenwestedt, Molfsee und Flintbek, um älte- re Menschen in ihrem häuslichen Umfeld zu unterstützen.

Wir setzen uns dafür ein, dass in den Ämtern die Betreuung von geflüchteten Menschen durch hauptamtliche Flüchtlingsbetreuer*innen organisiert wird. So wollen wir auch die vielen Ehrenamtlichen entlasten, deren oft langjähriges Engagement wir sehr schätzen. Ehrenamtliche Flüchtlingspatenschaften kön- nen eine wertvolle Unterstützung bei der Betreuung sein. Die Ziele aus dem Kreiskonzept zur Integration von Migrant*innen aus 2016 verfolgen wir weiter- hin und nutzen das Konzept als Leitlinie für unsere kommunalpolitischen Ent- scheidungen.
Durch den Integrationstopf des Kreises werden wichtige Projekte zur gesellschaftlichen Integration gefördert, die wir bei Erfolg nicht immer nur von Jahr zu Jahr, sondern dauerhaft finanzieren wollen.

Gesundheit & Pflege

Gesundheit ist ein hohes Gut. Qualifizierte Pflege ermöglicht vielen Menschen ein würdevolles Leben. Deswegen wollen wir auf kommunaler Ebene unsere Pflege- und Gesundheitsstrukturen weiterentwickeln.

Wir setzen uns für eine wohnortnahe ärztliche Versorgung im Kreis ein. Um auftretende Versorgungslücken zu schließen, sollen die Kommunen mit der kassenärztlichen Vereinigung und den niedergelassenen Ärzt*innen zusam- menarbeiten. Bei Bedarf sind Fördermöglichkeiten für Hausarztpraxen und auch für Apotheken in der Kommune auszuloten oder ärztliche Versorgungs- zentren in kommunaler Trägerschaft zu gründen. Eine gute Alternative kann es sein, einen Mobilitätsservice zur ärztlichen Versorgung aufzubauen oder zu dem Modell Gemeindepfleger*innen zurückzukehren.
Der Kreis Rendsburg-Eckernförde ist Träger der Imland Klinik mit ihren beiden Standorten in Rendsburg und Eckernförde. Im Insolvenzverfahren der Klinik-Gesellschaft setzen wir uns politisch dafür ein, dass die Klinik nach Been- digung des Insolvenzverfahrens in öffentlicher Hand bleibt. So behält der Kreis direkten Einfluss auf die Gestaltung der stationären Krankenhausversorgung für die Menschen.

Wer pflegebedürftig wird oder bereits ist, sollte hochwertige Unter- stützung und Angebote erhalten können, die ein selbstbestimmtes und wür- devolles Leben ermöglichen. Deshalb wollen wir die Pflegeberatung und die Heimaufsicht des Kreises gut ausstatten. Auch soll dauerhaft eine Ombudss- telle in der Pflege bei Konflikten zwischen Betroffenen, Angehörigen und Insti- tutionen vertraulich und professionell vermitteln. Jährliche Pflegekonferenzen des Kreises sollen die vertrauensvolle Zusammenarbeit im Bereich der Pflege stärken. Wir setzen uns dafür ein, dass der Kreis mit Träger*innen kooperiert, die weitere Angebote der Kurzzeitpflege aufbauen wollen.

Kultur im Kreis erleben

Eine lebendige Kulturlandschaft gehört zu den Grundbedürfnissen allen gesellschaftlichen Lebens. Wir möchten lokale Kulturvereine und -einrichtun- gen stärken, auch indem wir im künstlerischen, musikalischen und kreativen Bereich sowohl die institutionelle als auch die individuelle Projektförderung gewährleisten. Bereits wirksame Initiativen wie die “KreisKultur” möchten wir weiter ausbauen.

Insbesondere im ländlichen Raum stehen Kulturtreibende durch den Mangel an geeigneten Räumlichkeiten oder schwerfälligen Kommunikations- möglichkeiten vor großen Herausforderungen. Deshalb wollen wir den Dialog zwischen Kulturveranstalter*innen mit Kirchengemeinden, Ämtern, Schulen und Veranstaltungsstätten fördern und dazu beitragen, bürokratische Hürden abzubauen. Darüber hinaus setzen wir uns für einen kreisweiten digitalen Veranstaltungskalender ein.

Kulturelle Aktivitäten wie etwa Malen, Musizieren, Theaterspielen oder Foto- grafieren sind vielfältige Möglichkeiten, mit denen die Persönlichkeitsent- wicklung von Kindern und Jugendlichen gestärkt wird. Wir setzen uns dafür ein, dass jungen Menschen diese Möglichkeiten geboten werden und sie sie auch niedrigschwellig nutzen können. So sollten kulturelle Angebote auch in
Jugendzentren eine größere Rolle spielen.
Das gemeinsame Musizieren und Singen bieten große Potenziale auch
für den sozialen Zusammenhalt und die soziale Integration. Wir wollen die Musikschulen im Kreis Rendsburg-Eckernförde ebenso unterstützen wie musi- kalische Zusatzangebote in Kitas und in der Ganztagsbetreuung in ländlichen Räumen ausweiten. Für Lehrer*innen und Erzieher*innen möchten wir attrak- tive Fortbildungsangebote im Bereich Singen, zum Beispiel im Schulterschluss mit kulturellen Institutionen im Kreis, anbieten.
Wir wollen die Unterstützung für experimentelle und alternative Kultur- veranstaltungen und die Club- und Feierkultur insbesondere für junge Leute ausbauen.

Sport & Gemeinschaft

Der Sport hat eine enorm wichtige gesellschaftliche Funktion, weil er Gemein- schaft und Zusammenhalt fördert und körperliche Voraussetzungen für ein gesundes Leben ermöglicht. Wir setzen uns durch finanzielle und organisatori- sche Unterstützung dafür ein, dass auch zukünftig die vielfältigen Sportange- bote von möglichst vielen genutzt werden können.
Das ehrenamtliche Engagement spielt im Breitensport eine große Rol- le. Uns ist es wichtig, dass auch und gerade Menschen mit Behinderungen die vielfältigen Sportangebote im Kreis nutzen können. Wir streben daher eine durchgehende Barrierefreiheit der Sportstätten an, um auch hier das Recht auf Gesundheit und Lebensqualität zu gewährleisten.
Sport ist auch ein wichtiger Bestandteil gelingender Integration von neu zugewanderten und geflüchteten Menschen. Daher werden wir unser bisheri- ges Engagement fortsetzen, entsprechende Angebote und Projekte mit Integ- rationsmitteln auszustatten.
Wir werden verstärkt die Umsetzung des Sportentwicklungsplans vor- antreiben und die dafür nötigen personellen und finanziellen Ressourcen bereitstellen. Gleiches gilt für die Fortführung der erfolgreichen Sportstätten- förderung. Diese soll den Vereinen auch weiterhin Möglichkeiten für Sanie- rungs- und Erhaltungsmaßnahmen ihrer Sportstätten bieten.

Generationsübergreifende Aktionen in den Gemeinden wie Dorf- oder Sport- feste sollten angeregt und unterstützt werden, um eine stärkere Verbun- denheit der Gemeindemitglieder untereinander zu fördern. Und auch für Zugezogenen oder Geflüchteten sollen sie einen gemeinsamen Raum zur gesellschaftlichen Integration bieten.
Wir setzen uns dafür ein, dass in den Kommunen die Begegnungsstätten oder Dorfgemeinschaftshäuser als soziale Treffpunkte erhalten bleiben und bei Bedarf erweitert werden.

Eine transparente Kreisverwaltung und Digitalisierung

Wir wollen die Verwaltung unseres Kreises und der Kommunen so aufstellen, dass sie schnell und effektiv auf die Anliegen der Bürger*innen reagieren kann. Offen- heit für die Interessen der Bürger*innen und Transparenz über Entscheidungs- grundlagen- und begründungen haben für uns große Priorität, denn nur so können wir das Vertrauen in die öffentliche Verwaltung und eine gerechte Gesellschaft weiter stärken.

Mit einer nachhaltigen und sozial gerechten Digitalisierung wollen wir die Lebensqualität im Kreis verbessern und die Zukunftsfähigkeit unserer Gesellschaft sichern. Wir begrüßen jeden Fortschritt beim Breitbandausbau im Kreis. Unsere Digitalisierungsstrategie nimmt alle mit und stärkt die Sicherheit unserer Daten.
Damit die Digitalisierung gelingt, müssen die dahinterstehende Technik und die Abläufe sicher, robust und widerstandsfähig sein. Die Daten und Systeme der kommunalen Verwaltungen, aber auch von öffentlichen Unternehmen wie Stadt- werken oder Krankenhäusern müssen vor Cyberangriffen und anderen Bedrohun- gen geschützt werden und deren Betriebsbereitschaft gewährleistet sein.
Mit der umfassenden Bereitstellung von digitalen Verwaltungsleistungen ist ein erster Schritt in eine digitale und Bürger*innen-freundliche Verwaltung getan. Wir wollen die Qualität der angebotenen Leistungen kontinuierlich ver- bessern und die digitale Barrierefreiheit stärken, damit möglichst viele Men- schen von den Angeboten profitieren können.Die Kreisverwaltung soll weiter für ihre Digitalisierung überregional mit anderen Kommunen kooperieren und möglichst bundesweit einheitliche Standards umsetzen. Bei der Beschaffung von kommunalen IT-Lösungen setzen wir uns für ein möglichst einheitliches Vorge- hen der Kreise in Schleswig-Holstein ein. Vorrangig wollen wir auf Open-Source- Lösungen setzen. Gibt der Kreis die Entwicklung von Software in Auftrag, soll der Quellcode unter einer freien Lizenz veröffentlicht werden.
Daten über die Gesellschaft und Wirtschaft im Kreis wollen wir als Open Data veröffentlichen, etwa damit diese von Dritten zur Veranschaulichung von Zusammenhängen in der Region oder zur Entwicklung von innovativer Soft- ware mit regionalen Daten verwendet werden können.